Die Erfindung des Bärwurz und die Gründung der ältesten Bärwurzdestille der Welt




Schon jahrhundertelang wurde die Bärwurzpflanze im Bayerischen Wald als Hausmittel gegen allerlei Verdauungsbeschwerden verwendet. Aber erst Karl Eckert war es, der daraus den heute so bekannten und beliebten Bärwurz-Schnaps entwickelte.

1919 gründete er in Deggendorf die erste Bärwurz-Destille der Welt, die Brennerei zum Bären, wo er zu Anfang nur ein schmackhaftes Getränk herstellen wollte. Doch schon bald stellte er fest, dass die Angaben aus alten Heilkundebüchern über die vielfältigen Wirkungsbereiche der Bärwurz auch auf seinen Bärwurz-Schnaps zutrafen.





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Ihren Namen hat die Bärwurz im Übrigen von ihrer Verwendung bei Gebärmutterproblemen. Er ist eine  Ableitung von Gebärmutterwurz. Im Volksmund allerdings hielt sich lange die Auslegung, dass der Name vom Faserschopf der Wurzel herstamme, da dieser an eine Bärentatze erinnert. Weshalb sie wohl auch der Gelehrte Albertus

Magnus als Bärenwurzel „Radix ursi“ bezeichnet hat. Andernorts hieß es, dass Bären die Wurzel bei Magengrimmen ausgegraben hätten. Doch beide Deutungen gehören eher in den Bereich der Volksetymologie.

Es ranken sich aber auch sonst viele Geschichten um die Wunderpflanze. So sollen Hirten im Bayerischen Wald bemerkt haben, dass Kühe, die unter einem Blähbauch litten, die Wurzeln der Bärwurz ausgegraben und gefressen haben, worauf sich prompt Linderung einstellte und sich darüber hinaus sowohl die Milchqualiät als auch die Milchleistung verbesserte. Daraufhin zogen die Bewohner des Bayerischen Waldes den Schluss, dass das, was den Kühen bei Blähungen gut tue, dem Mensch nicht schaden könne. Sie haben die Wurzel ebenfalls gegessen, einen Absud daraus bereitet und sie auch in Alkohol gelegt, also eine Tinktur daraus bereitet. Nur letzteres ist belegbar.

Offensichtlich ahnte Karl Eckert, dass sein Bärwurz Nachahmer finden würde, denn er wollte ihn schon 1927 schützen lassen. Das wurde jedoch vom Reichspatentamt Berlin mit der Begründung abgelehnt, dass es sich bei Pflanzennamen um Allgemeingut handele und sie deshalb nicht geschützt werden könnten, bzw. nur in Verbindung  mit einem Familien- oder Firmennamen.

Darüber hinaus plante Karl Eckert, die Wirkung der Wurzel zu nutzen und einen alkoholfreien Extrakt herzustellen. Doch da die Wirkstoffe der Bärwurz, überwiegend ätherische Öle, größtenteils nur alkohollöslich sind, kann die Wurzel ihre volle Kraft erst in der sinnvollen und wohldosierten Verbindung mit Alkohol entfalten. Der löst die Wirkstoffe in der Pflanze, konserviert sie und gewährt darüber hinaus, dass sie leichter vom menschlichen Organismus aufgenommen werden können.

 






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  Die Jahre des stetigen Aufstiegs wurden durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs jäh unterbrochen und die Brennerei musste 1942 still gelegt werden. Doch bereits 1945 konnte der Betrieb wieder aufgenommen und nach mehrjährigen Bemühungen am 25. März 1952 das Warenzeichen Original-Eckert-Bärwurz beim Deutschen Patentamt eingetragen werden.

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1962 übernahm der Enkel des Bärwurz-Erfinders und mütterlicherseits der Urgroßneffe des Gesundheitspfarrers Sebastian Kneipp, Gert Eckert, die Spirituosenmanufaktur und destilliert den Eckert- Bärwurz auch noch heute nach dem alten und streng gehüteten Familienrezept.

2014 trat Tochter Stephanie mit in den Betrieb ein. Mit ihr wird bald die 4.
Generation übernehmen. Renovierungen und Modernisierungen bringen
schon jetzt frischen Wind in die Brennerei.

 

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